Tag 34 – 36 Erwin bis Roan

Tag 34   27.04. Cherry Gap Shelter:
Der Nero in der Stadt war wie immer schnell vorbei und die Nacht im King Size Bett (die sind wirklich riesig) war äußerst erholsam. Wir hatten uns gestern kein Shuttle organisiert, da wir eigentlich Hitch-Hiken (trampen) wollten. Wir trafen dann einen anderen Hiker der uns sagte, dass das Shuttle von Uncle Johnny nur 5$ kostet. Also rief Silent Force an und bestellte es für 9:00. Es wurde 9:00, 9:15, 9:30 und nichts passierte. Nach einem erneuten Anruf stellte sich raus, dass sie uns einfach vergessen hatten. Wir kamen dann dennoch irgendwann auf den Trail und hatten einen wunderbaren Wandertag bei 18 grad Sonnenschein und leichtem Wind zu verleben. Heute gab es auch wieder einmal Trailmagic Indian Gave. Das heißt Brownies, Banane und süßen Tee. Der Trailangel macht das an dieser Stelle 5 Tage die Woche – einfach schön. Vom Beauty Spot gab es dann auch noch einen  Rundumblick. Das Shelter erreichte ich heute mal ohne neue tierische Bekanntschaften. Es soll heute Nacht mal wieder frieren und morgen werden wir wahrscheinlich im höchsten Shelter des AT überwintern.
Trailmeile: 360.0

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Tag 35   28.04. Roan High Knob Shelter:
Heute Morgen zeigte das Thermometer ganze 3 grad an. Daher war schnelles Anziehen,  Frühstücken und Losgehen angesagt. Ich brauchte eine Weile bis ich soweit aufgewärmt war, um die Fleecejacke ablegen zu können. Den ganzen Tag ging es nur bergauf, denn unser Ziel war der Roan Mt. mit 6300 feet (Fuß rund 1900 m). Auf dem Gipfel gab es dann aber keinen Ausblick sondern einfach nur Wald. Das war ein bisschen deprimierend, aber bedeutete für mich, das der Wandertag ein Ende hatte. Außerdem ist dieser Berg der letzte Berg über 6000 feet für die nächsten 1200 Mi. Das Shelter hier ist die höchste Hütte auf dem ganzen Weg und steht auf offiziell 6248 feet (1904 m). Ich bin am Abend ein bisschen überrascht als Sparrow auf der Matte steht. Er macht zwar immer lange Distanzen, dafür aber auch ziemlich viele Zeros. Für Damaskus (ca. 80 Mi vor uns) hat er sich schon eine Unterkunft für 5 Tage gebucht.
Trailmeile: 377.5

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Tag 36   29.04. Roan:
Unsere Nacht im Shelter war wieder eher von der Marke „Kühlschrank mit leichter Tendenz zum Gefrieren“, aber ich bin einfach mal der Hoffnung, dass die Nächte jetzt langsam wärmer werden. Als ich im Inneren gerade mein Zeug zusammen packte, rummste es draußen ziemlich heftig. Lightning Bold ist ziemlich heftig gegen die Ecke des Shelterdachs gelaufen und lag fast auf dem Boden. Er trug zum Glück seine Mütze, so dass er sich keine Schnittverletzung vom Wellblechdach zuzog. Das Wellblech hinterließ dennoch einen kräftigen Abdruck am Kopf. Es ging dann irgendwann los, wenn auch mit gehörigen Kopfschmerzen für Lightning Bold. Heute gab es noch einmal einen richtig schönen Hike über Grashügel und damit verabschiedetete sich North Carolina von uns. Es waren dann noch 3 Mi bergab um zu unserem heutigen Ziel, einem Hostel in der Nähe von Roan, zu gelangen. Zum Abschluss dieses wunderbaren Tages gab es dann sogar noch einen Burger mit Fritten, also ein wirklich schöner Geburtstag 😉 Vielen lieben Dank an dieser Stelle nochmal für alle eure guten Glückwünsche.
Trailmeile: 393.6

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Tag 27 – 33 Hot Springs bis Erwin

Tag 27+28     20./21.04. Zero Hot Springs:
Wir sind am Morgen unseres ersten Zeros kurz noch mal umgezogen und zwar in das Alpine Court Motel. Ich habe mich inzwischen  daran gewöhnt, dass in den USA jedes Geschäft, Restaurant oder auch die Besucherzentren WLAN anbieten. Wie auch immer, dieses Motel bietet es jedoch nicht an, was für uns bedeutete, zur örtlichen Bücherei zu gehen, um nicht ganz den Kontakt zur Welt zu verlieren. Die letzten Tage waren ja eher etwas feuchter. Das führte dazu, dass die Klamotten (und irgendwann auch man selbst) nach nassem Hund zu riechen. Wir entschieden daher, nicht wie üblich alles in eine Waschmaschine zu schmeißen, sondern dafür 2 Klamottenrunden zu machen. In der Zwischenzeit konnte man die Stadt nochmal näher erkunden. Hot Springs ist eine doch eher kleine Stadt. In 10 min auf der Hauptstraße ist man einmal komplett durchgelaufen. Es gibt hier neben 4 Restaurants, 2 Lebensmittelläden, Hostel, Motel und ein paar anderen Geschäften nicht viel zu sehen. Außerhalb der Thru Hiker Saison kommen Leute zum Raifting auf dem Fluß oder um sich in den  heißen Quellen zu entspannen. Am Abend war ich dann zum ersten mal mexikanisch Essen. Als ich dann noch einmal zur Bibliothek ging, saß ein älterer Indianer neben mir und wir unterhielten uns ein wenig über alles mögliche, angefangen in der Geschichte des Bürgerkriegs bis hin zur Solarenergie. Er war eine Weile in Deutschland stationiert (um 1987) und konnte daher einige meiner Ansichten nachvollziehen. Normalerweise sind die Gesprächsthemen am Abend in den Shelter: Essen, Wo kommt ihr her?, Ausrüstung, Aussichten des Tages und nochmal Essen.
Am zweiten Tag ist nicht wirklich etwas großartiges außer Ausruhen passiert. Ich bin nun seit 4 Wochen unterwegs und ich möchte einfach mal eine kurze Bilanz ziehen. Die ersten beiden Wochen waren schon ziemlich hart. Seit dem geht es aber sowohl körperlich und die Meilen pro Tag nach oben. Bisher gab es keine Blasen an irgend einer Körperstelle und ich hoffe, dass es dabei auch bleibt. Ich habe so viele verschiedene Menschen getroffen. Wenn ich die in Schubladen stecken müsste, wären da Rentner, Hippies, Lebenskünstler, Dauerwanderer, Ex-Soldaten, Highschoolschüler und andere Verrückte (was allen allerdings nicht gerecht werden würde, da jeder seine eigene Geschichte hat). Ich hatte bis auf die Smokys und kurz danach eigentlich nur schönes Wetter, worüber man schon ziemlich glücklich sein kann. In dieser Zeit habe ich 270 Meilen (434 km) hinter mich gebracht und freue mich auf den nächsten Monat, denn die Landschaft wird sich ein wenig verändern und ich werde neue Leute treffen, da bin ich mir ziemlich sicher. Was ich mir allerdings wünschen würde, ist eine intelligenterer Trailverlauf, denn manchmal klettert man 2 h um einen Berg hochzukommen und dann biegt er 150 m unter dem Gipfel ab, offensichtlich der Meinung „Nö, wenn du eine tolle Aussicht haben willst, musst du ein paar extra Meter machen.“
Trailmeile: 274.4

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Tag 29   22.04. Spring Mountain Shelter:
Jeder Zero geht irgendwann einmal zu Ende und heute ging es raus aus Hot Springs. Bei strahlendem Sonnenschein verabschiedeten wir uns von der Stadt und gingen zurück in den Wald. Für heute hätte es zwei Optionen gegeben entweder 10 oder 20 Mi. Mit einem Essenssack der für 5 Tage reicht, war jedoch ziemlich klar für wie viele Meilen wir uns entschieden. Wir wanderten eine Weile entlang des Nantahala, bevor wir weiter aufstiegen. Die Aussichten hielten sich heute in Grenzen, nur von einem alten Feuerten gab es einen Rundumblick. Nach ein paar Meilen holte ich dann zufällig Lightning Bold ein, der wie angewurzelt stehen geblieben war. Ich fragte: „Was ist?“ und er antwortete „Schlange“ Eine schwarzes Exemplar schlängelte sich um einen hohlen Baumstamm. Diese Art ist nicht groß gefährlich, aber man muss sie ja nicht provozieren. Also versuchten wir uns an ihr vorbei zu schleichen, sie bemerkte uns dennoch und zog sich in den Stamm zurück. Das heißt für mich, in Zukunft aufpassen, wo man gerade rumsitzt. Das Shelter selbst stand dann in einem ziemlich windigen Gap und da es doch ziemlich kalt war, verzogen wir uns auch schnell in unsere Schlafsäcke.
Trailmeile: 285.4

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Tag 30   23.04. Jerry Cabin Shelter:
Am Morgen ist es ziemlich kalt und ich bin eigentlich nicht begeistert aus meinem Schlafsack kriechen zu müssen, aber was sein muss, muss sein. Es gibt manchmal Tage, die ziehen sich wie Kaugummi. Dieser Morgen war ein solcher Moment. Das lag vielleicht auch daran, das ich mit Fleecejacke, lange Unterwäsche und T-Shirt losmarschierte und ständig stehen bleiben musste, um mich ein Stück mehr zu entkleiden. Kurz nach 11:00 kam ich um eine Kurve die man nicht einsehen konnte und da stand auf einmal 3 m entfernt ein riesiger Vogel (vermutlich ein Truthahn). Wir schauten uns 2 sec in die Augen und dann begann das Tierchen wie wild um sich zu schlagen und brach mit einem Blitzstart durchs Geäst. Der Rest des Tages eher ereignislos, bis auf einen 1 Mi Abschnitt bei dem man eine Aussicht auf absolut flaches Land gab. Ich hatte schon vergessen wie sowas aussieht. Kurz vor dem Shelter haben wir dann noch kurz die 300 Mi Marke gefeiert. Am Abend traf ich dann noch Stitch. Sie ist am 28.1. losgelaufen und hat sich als Nr. 11 in das Register eingetragen (ich bin Nr. 720). Sie hat hier schon viel erlebt bis hin zu einem Herzinfarkt der Ausgeflogen werden musste (4 Tage nach dem Start).
Trailmeile: 300.8

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Tag 31 24.04. Hogback Ridge Shelter:
Die Nacht war ein wenig unangenehm, weil die Liegefläche schräg war. Es war außerdem kalt, als ich aufstand war es -2 grad. Der ganze  Tag war eher sehr unspektakulär, bis 6 Mi vor dem Ende, denn ab da ging es nur noch bergauf. Ich schwitzte, keuchte und mir war leicht schwindelig (wahrscheinlich zu wenig getrunken), alles in allem schien es mir wie eine Ewigkeit vorzukommen. Der nächste Spaß wartete dann auch direkt am Shelter, denn die Wasserquelle war 0.5 Mi entfernt – na toll!  Am Shelter traf ich auch Nurse, einen älteren Krankenpfleger aus Vermont. Sein Rucksack wog am ersten Tag gerade mal gute 9 kg und seit dem wurde es immer weniger, also schon wahnsinnig leicht.
Trailmeile: 316.0

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Tag 32   25.04. No Business Knob Shelter
Für den heutigen Tag gab es drei Optionen mit 10, 15 oder 20 Meilen. Als ich dann am morgen aufstand, regnete es bereits gut gehend. Das machte die Sache natürlich nicht einfacher. Da die Sonne sich dann aber gegen 11:00 durchsetzte, entschied ich mich für die 20 Mi Variante, auch damit morgen ein kurzer Tag bis nach Erwin ansteht. Also machte ich mich nach einer ausgiebigen Mittagspause auf den Weg. Da die letzten 10 Mi größtenteils bergab gingen, war es auch kein Problem. Nurse und ich überholten uns immer wieder gegenseitig. Kurz vor dem Shelter kam ich mal wieder um eine dieser blöden engen Kurven, ging ein Stück und erschrak ein wenig, denn unter den Blättern am Wegesrand hatte es sich eine Schlange bequem gemacht, die ich durch mein Vorbeigehen ein wenig aufgeschreckt hatte. Sie schlängelte sich dann über den Trail davon. Ich weiß nicht warum diese Tiere immer hinter den Kurven auf mich warten müssen. Als ich dann am Shelter ankam, hieß es warten, denn ich wusste zwar das  Silent Force auch in dieses Shelter kommen wollte, aber bei Lightning Bold war es noch nicht klar. Nach einigen Gesprächen mit anderen Hikern wusste ich, dass er in die Stadt abgebogen war und morgen nicht mit uns einen Nero einlegen würde sondern die fehlenden Meilen wett machen müsste. Silent Force und ich werden ihn daher erst in zwei Tagen wieder treffen.
Trailmeile: 326.7

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Tag 33    26.04. Erwin Tennessee:
Das Schlafen in der Nacht fiel tatsächlich etwas schwerer, denn die kleinen Mäuse liefen bis 24:00 Uhr ununterbrochen über das Wellblechdach und das war relativ laut. Danach kam ein Gewitter und es schüttete die ganze restliche Zeit. Zum Aufstehen hörte es dann glücklicherweise auf und wir konnten einigermaßen trockenen Fußes die Stadt erreichen. Zwischendurch gab es auch den ein oder anderen Ausblick auf die Stadt und den Fluss. Hier gab es für Silent Force und mich dann ein trockenes Bett und jeweils eine riesige Pizza – hmmm lecker.
Trailmeile: 343.0

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Tag 19 – 26 Fontana Damm bis Hot Springs

Tag 19   12.04. Russel Field Shelter:
Als wir an diesem Morgen das Fontana Damm Resort verlassen haben, hatten wir alle einen kleinen ausgedruckten Zettel in der Hosentasche, die Permit für den Great Smoky Mountain National Park. Zunächst galt es jedoch noch ein paar Restmeilen bis zum Fontana Hilton und dann den Damm an sich, zu überwinden und zu genießen. Da das Wetter wieder mal mitspielte, hatten wir Sonnenschein satt, bei 17 grad und leichtem Wind, also optimal zum Laufen. Am eigentlichen Eingang in den Park steckten wir dann artig unseren Zettel in den Briefkasten und durften zur Belohnung in 10 Mi 1000 m bergauf steigen. Dabei gab es meistens einen recht guten Blick auf den Damm. Am ersten Shelter waren bereits so viele Leute, das wir ohne anzuhalten das zweite Shelter 3 Mi später anliefen. Warum? Hier in den Smokys müssen die Hiker möglichst in den Sheltern schlafen, da hier deutlich mehr Bären unterwegs sind. Da das ganze ein Nationalpark ist, gab es bis vor wenigen Jahren auch keine Plumpsklos wie bei den meisten Sheltern außerhalb des Parkes, sondern Toilettenflächen. Zur Benutzung der Fläche gibt es hier sogar ein passenden Spaten. Ich denke mehr muss ich an dieser Stelle nicht sagen ;). Am Shelter traf ich dann noch Louis aka Six Strings (hat eine Gitarre mit), was ganz witzig ist, denn er kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Doberlug-Kirchhain. Wie klein doch die Welt ist.
Trailmeile: 179.8

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Tag 20   13.04. Siler Bald Shelter:
Die Nacht war wahnsinnig laut, denn der Wind wehte sehr stark um unsere kleine Hütte. Am Morgen brachte er dann Nebel und leichten Regen von Westen, so dass uns ein feuchter Tag bevorstand. Den ganzen Tag ging es bergauf und bergab bei Sichtweiten meist unter 15 m. Daher freute ich mich heute um so mehr, meinen ersten tierischen Schnappschuss aufnehmen zu können – einen Truthahn. Es war umgefähr gegen 11 Uhr und ca. 100 m vor mir lief eine Wanderin. Plötzlich kommt er kurz nach ihr auf den Weg stolziert, lief dann gemächlich weiter, bevor er im Unterholz verschwand. Ich muss gestehen, dass ich beim Anblick des Truthahns einen kurzen Moment Hunger bekommen habe. 2.9 Mi vor dem Shelter ging der Regen richtig los, aber ich bin dann noch einigermaßen trocken angekommen und genieße nun die Annehmlichkeiten meines Schlafsacks.
Trailmeile: 194.8

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Tag 21   14.04. Gatlinburg:
Da es die ganze Nacht durchgeregnet hat, entsprach der Trail heute einem guten Fluss. Das störte uns aber nur mäßig, denn es sollte am Abend nach Gatlinburg gehen, um uns ein wenig zu trocken. Zunächst stand jedoch der Clingmans Dome auf dem Programm. Er ist mit 2024 m der höchste Gipfel auf dem AT. Wir erreichten den Gipfel erfolgreich zu zweit  (mit Silent Force), gesehen haben wir aber nix, da wir in einer Wolke bzw. im Nebel liefen. Von nun an kommen nur noch kleinere Berge. Danach überschritten wir auch die 200 Mi Marke. Am Weg zum Shelter hinterließen wir eine Nachricht für Lightning Bold mit der Telefonnummer von Silent Force, da Lightning Bold sich am Anfang des Tages noch nicht sicher war, ob er mit in die Stadt kommen wollte. Am Newfound Gap stellten wir dann fest, das uns so wie wir aussahen (nach 5 h durch den Schlamm laufen),  wahrscheinlich niemand mitnehmen würde. Also gingen wir langsam auf der Straße in Richtung Gatlinburg. In der 2. Kurve hielt dann ein Pickup-Truck mit einem Ehepaar aus Conneticut, das uns dann doch mitnahm. In Gatlinburg besuchten wir nach unserem Standardprogramm die Hauptstraße. Gatlinburg ist eine Vergnügungsstadt mitten in den Bergen. Man konnte Minigolf spielen, Grusel- oder Spiegelkabinette besuchen oder einfach Moonshine (Alkohol) testen. Nach einem Besuch im 5Guys (einem Burgerladen) gab es noch kostenloses Eis von Ben and Jerrys. Ihr Laden verteilte heute den ganzen Tag kostenlos Eis für den guten Zweck – hmmm lecker.
Trailmeile: 207.3

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Tag 22   15.04. Pecks Corner Shelter:
Als ich heute morgen aus unserem Motelzimmer blickte, sah ich nichts als Regen. Pünktlich um 9:00 standen wir trotzdem bereit, um mit dem Shuttle zurück zum Trail zu fahren. Nach 20 min vergeblichen Wartens, bemerkte der Motelbesitzer dann, dass er vergessen hatte einen Fahrer zu organisieren. Da  auch nach mehreren Telefonaten keiner in der Lage war uns zu fahren, entschieden wir uns zu trampen. Die Ausgangslage dafür war natürlich eher mäßig, denn wer nimmt schon 3 nasse Typen mit großen Rucksäcken mit? Nach 20 min hielt dann doch ein Wagen mit 2 Kanadierinnen, die für ein Bridgeturnier in der Stadt waren. Sie setzten uns dann am Trail im Regen aus. Der ganze restliche Tag war dann einfach nur noch nass. Es hätte ein Tag mit Superaussicht werden können! Stattdessen war der Trail einfach nur ein einziger Fluss. Am Abend wird im Shelter natürlich auch nix trocken, sondern alles ist einfach nur kalt. Ich war aber froh, wenigstens  in trockenen Sachen in meinen warmen Schlafsack kriechen zu können.
Trailmeile: 217.7

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Tag 23   16.04. Cosby Knob Shelter:
Heute Morgen stand dann die Entscheidung an in die klatschnassen Sachen zu schlüpfen oder in trockene Sachen und das Risiko eingehen, heute Abend kein trockenes T-Shirt mehr zu haben. Ich ging das Risiko ein. Das Schwierigere waren heute die Schuhe, denn die kann man sich nicht einfach aussuchen. Es bedeutete die Füße quasi in 2 Kübel mit Eis zu stecken, denn draußen waren vielleicht 8 grad – kurz um, ich brauchte 2 Versuche bis ich es übers Herz brachte mir die Schuhe zuzuschnüren. Es hieß also einfach loslaufen und dann werden die Füße schon warm werden, was auch gelang. Nach einer Stunde kämpfte sich nach und nach die Sonne durch und es gab sogar heute ein paar kleine Aussichten. Der Trail war heute kein Bach mehr, aber entsprach zu großen Teilen einem einzig großen Schlammsee. 2 Mi vor dem Shelter erwischte uns dann doch noch eine kurze Regenhusche.
Trailmeile: 230.6

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Tag 24  17.04. Green Corner Road:
Als wir am Morgen aufwachten, waren wir ein wenig verwundert, denn es hatte tatsächlich die gesamte Nacht nicht geregnet! Es war unser letzter Tag in den Smokys und heute gab es trotz des vielen Regens der vorherigen Tage noch einmal ein paar schöne Aussichten zum Genießen. Wir stiegen dann von rund 1800 m auf 500 m ab. Im Tal war es dann auch ein paar Grad wärmer und die Bäume waren bereits wesentlich grüner. Ich bin dennoch froh, die Smokys abhaken zu können. Im Trockenen sind sie sicherlich wunderschön, aber es gibt hier auch ein Sprichwort: „Nichts trocknet in den Smokys“, was ich nur bestätigen kann. Wir sind heute zum Abschluss in Standing Bear Farm gelandet, einem rustikalen Hikerhostel. In 2 Tagen werden wir Hot Springs erreichen und uns dort einen Zero genehmigen. Das Trailfest ist dann zwar gerade zu Ende, aber das ist ok.
Trailmeile: 240.8

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Tag 25   18.04. Roaring Fork Shelter:
Das Wetter heute morgen sah recht viel versprechend aus, das heißt kein Regen in Sicht. Also kurze Hosen und eine Dose Raviolie zum Frühstück, denn es ging heute direkt mit einem Anstieg von 550 m auf 1300 m los. Vom Snowbird Mt. ging es dann wieder runter und auf den Max Patch wieder hoch. Auf dem Gipfel gab es dann einen wunderbaren 360Grad – Rundumblick und einen sehr schönen Rückblick auf die Smokys. Am Fuße des Max Patch hatte eine Gruppe – bestehend aus Thru Hikern von 2014 – ihr Lager aufgeschlagen und feierte eine Mischung aus Reunion und Trailmagic. Es gab al- so ausreichend zu Essen und Getränke. Ich kann an dieser Stelle nur sagen megaaffenartigsupergeil, denn sowas versüßt einem den sowieso schon wunderbaren Tag noch mehr. Am Abend lerne ich noch Johann kennen. Er ist ein 73-jähriger Deutscher aus Ostfriesland der 600 km laufen will, um Spenden für den weißen Ring zu sammeln.
Trailmeile: 256.4

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Tag 26   19.04. Hot Springs:
Als ich heute früh aus meinem Schlafsack schaue, traue meinen Augen nicht. Es ist 6:10 und alle wuseln draußen herum. Der Tag beginnt normalerweise im Moment erst so gegen um 7, das heißt also auch für mich aufstehen (im Sommer werden wir da zwar schon wieder auf dem Trail sein). Ich war der letzte der Shelter Gruppe, sprach gerade mit Johann und war kurz davor aufzubrechen, als es plötzlich zu Regnen beginnt. Da es nur ein leichter Regenschauer ist, geht es in kurzen Hosen und T-Shirt los. Da heute wieder keine Sicht ist, hießt es die kleinen Schönheiten des Weges ein bisschen mehr zu genießen. Nach 14 Mi überholte mich Sparrow, ein äußerst schneller Hiker, den wir vor den Smokys kennengelernt haben. Er hatte ein bisschen mit Silent Force und Lightning Bold gequatscht und lud uns ein, in Hot Springs in seiner Cabin zu übernachten. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und gingen die zusätzlichen 3 Meilen in die Stadt. So kamen wir zu unserem ersten 18 Mi Tag. Nach einer Dusche ging es dann ins Restaurant, um den AT-Burger auszuprobieren. Ein kleines Monster aus 600 gr Fleisch, was aber nach so einem Tag kein Problem war. Und lecker war er auch noch. Die nächsten zwei Tage werden wir die Beine hochlegen und es uns richtig gut gehen lassen.
Trailmeile: 273.9

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Tag 14 – 18 Franklin bis Fontana Damm

Tag 14   07.04. Wayah Shelter:
In der Nacht regnete es aus Eimern. Als wir jedoch aus unseren gemütlichen Betten kletterten, hat es bereits aufgehört. Um 7:00 holt uns das Shuttle der First Baptist Church zu einem All You Can Eat Buffet für Hiker ab, das sogar noch kostenlos ist. Das hieß für uns Pancakes mit Marmelade und Sirup, Bacon, Obst und O-Saft. Kurz nach diesem Leckerbissen kam das Shuttle und fuhr uns raus auf den Trail. Gernot kam ebenfalls mit um uns zu verabschieden. Er muss noch ein wenig länger bleiben und seine Füße pflegen, er war dennoch verständlicherweise wehmütig als er uns ziehen lies. Der tiefhängende Nebel in den Bergen sorgte für ein Gefühl wie im Treibhaus. Das führte bei allen Beteiligten zu einem wahren Schwitzmarathon. Der Regen der Nacht tröpfelte noch leicht von den Bäumen. Als ich kurz vor dem Shelter war, begann es jedoch kräftiger zu regnen. Das Regenzeug blieb jedoch im Rucksack. Im Shelter war ich froh einen trockenen Schlafplatz gefunden zu haben. Einer der Hiker versuchte jedoch offensichtlich mit seinem Benzinbrenner die Hütte in Brand zu setzen, zum Glück ohne Erfolg. Er hatte auch ein Radio mit. Hier gibt es einen Radiosender der die ganze Zeit nur die Wettervorhersage für die Region durchgibt und die sah für die nächsten Tage nur Regen und Gewitter voraus. Mal schauen was das wohl werden wird.
Trailmeile: 120.8
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Tag 15   08.04. Rufus Morgan Shelter:
Als ich erwachte, erwartete ich eigentlich in eine Wand aus Regen zu schauen. Es war jedoch kein Regen in Sicht, nicht mal eine Wolke war am Himmel zu sehen. Ich dachte mir nur: „Sau geile Wettervorhersage.“ Der Trail entsprach an diesem Morgen einem 20 cm breiten, 10 cm tiefen und bis oben hin gefüllten Graben aus Schlamm. Meine Schuhe hielten jedoch die Feuchtigkeit draußen. Statt den Regensachen brauchte ich sehr schnell die Sonnencreme. Das Profil lief sich gut und um 11:45 hatte ich bereits 10 Mi hinter mir und schaute vom Wesser Bald Tower auf eine tolle Landschaft. Am Wesser Bald Shelter war ich danach sehr schnell und rauschte auch schon daran vorbei, denn wir hatten gestern entschieden 5 Mi weiter zu gehen. Diese gingen nur bergab und waren im trockenen nur mäßig einfach, im nassen oder gefrorenen Zustand sicherlich eher ziemlich gefährlich. Das Shelter war dann an einem Bach gelegen und ich konnte meine überhitzen Füße wunderbar kühlen. Mal sehen ob es dafür morgen regnet.
Trailmeile: 136.3
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Tag 16   09.04. Sassafras Gap Shelter:
Die Nacht war ruhig und trocken. Da wir gestern mehr Meilen gemacht hatten, war heute nur ein kurzer Tag angesetzt. Zunächst ging es jedoch ins Nantahala Outdoor Center, um unsere Vorräte für den Rest des Weges bis Fontana aufzufüllen. Da der Laden jedoch noch nicht geöffnet war, gab es für Silent Force und mich ein zweites Frühstück mit Eiern, Bacon, Käse und Toast. Der Fluss war die Austragungsstrecke der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 und wird noch heute sehr stark genutzt. Die Preise sind hier daher eher etwas höherer Natur, aber wir brauchten ja nicht viel. Danach ging es auch gleich rund auf dem Trail, denn es hieß 1000 m in 7 Mi aufzusteigen und bei sommerlichen Temperaturen von gefühlten 10.000 Grad, nicht den Kopf zu verlieren. Nach gut 3 h hatte die Plackerei ein Ende und ich kam am Shelter an. Wieder erzählten sich die Leute, dass es morgen gewittern soll, aber dazu sage ich abwarten und Tee trinken.
Trailmeile: 144.0

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Tag 17   10.04. Cable Gap Shelter:
Der Tag beginnt wie immer, alle packen zusammen. Lightning Bold und Silent Force waren schon wieder auf dem Trail als ich meinen Rucksack noch packte. Auf einmal begann es zu tröpfeln und weitete sich schnell zu einem ausgiebigen Schauer aus. Ich hatte also in dem Moment Glück und konnte meine Regensachen im Trockenen anziehen. Das macht die Sache zwar an sich nicht besser, aber zumindestens hat man das Gefühl. Der ganze Vormittag war verregnet und nach einer Stunde Regen und Schwitzen war alles nass. Das Schwierige dabei war, dass man wie auf einer rutschigen Achterbahn unterwegs war. Das war jedoch mal ein wenig Abwechslung im Vergleich zur Hitzeschlacht von gestern. Am Brown Fork Gap Shelter gab es dann Mittagessen. Mussi und GIJane waren mit ihrem Hund Luna auch da und kochten sich einen Traileintopf. Sie hatten zu viel gemacht und so kam ich in den Genuss einer warmen Mahlzeit. Was ist in einem solchen Traileintopf? Kurz gesagt – alles! Diesmal waren es Rosineny, Oatmeal, Haferflocken, Nutella und keine Ahnung was sonst noch. Es schmeckte trotzdem hervorragend und die beiden sind meine heutigen Trailangel. Nach weiteren guten 6 Mi durch den Wind kam ich am Shelter an. Wieder ein trockener Schlafplatz, das läuft doch gut oder 😉 ? Ich hoffe nur das ich meine Sachen einigermaßen trocken kriege und wenn nicht ist auch nicht so schlimm, denn morgen checken wir ins Fontana Hilton ein 😀
Trailmeile: 159.2

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Tag 18   11.04. Fontana Damm Resort
Der Nero begann heute trocken und nach unserem 6 Mi Sprint zum Highway kam nach kurzer Pause auch schon das Shuttle zum Fontana Damm Resort. Wir hatten eigentlich geplant ins „Fontana Hilton“ (Shelter mit heißer Dusche und Pizza) zu gehen, aber wir haben uns dann doch für eine Cabin entschieden. Als wir ankamen und die Hotellobby betraten, fühlte ich mich ein bisschen wie ein Fremdkörper, aber egal. Es gab noch das Frühstücks Buffet, was wir dann auch ausgiebig geplündert haben. Ansonsten wird heute nicht mehr viel passieren, außer Duschen, Waschen und Beine hochlegen.
Trailmeile: 164.7
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Tag 9 – 13 Hiawassee bis Franklin

Tag 9   02.04.  Zero Hiawassee:
An einem Zero gibt es an sich nicht so viel zu tun – außer möglichst wenig Kalorien zu verbrauchen und dafür umso mehr zu sich zu nehmen. Das fängt normalerweise bereits beim Frühstück an. Hier entschieden Lightning Bold und ich jedoch mal für die Cornflakes richtige Milch zu verwenden. Da unsere Körper alle auf einen normalen Wandertag eingestellt waren, gab es das Frühstück auch schon um 7:30. Danach gingen wir zu Ingles (einem größeren Supermarkt) um unsere Vorräte für den 3- Tages-Hike nach Franklin aufzufüllen. Im örtlichen Outfitter gab es dann auch noch eine kleine Gaskartusche für meinen Brenner. Danach kam die Wäsche dran und mit frischen Sachen ab zu Subway. Der Nachmittag wurde dann zum größten Teil im Bett verbracht, bevor es am Abend Cheeseburger, Fritten und einen halben Liter Eissauce gab (der Kühlschrank im Zimmer ließ das Eis einfach schmelzen)
Trailmeile:  69.9

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Tag 10   03.04.   Muskrat Creek Shelter:
Nach dem tollen Zero gestern musste es ja auch mal wieder losgehen, denn es heißt hier so schön: „No miles, no Maine“. Das Shuttle vom Motel sollte um 9:00 gehen, da uns das aber zu spät war, bestellten wir uns unser eigenes und waren dann um 8:15 wieder zurück auf dem Weg. Bereits nach wenigen Schritten auf dem Weg schluckte der Wald den Verkehrslärm der Straße und man hörte wieder die Vögel singen. Nach gut 8 Mi war es dann soweit und wir überquerten unsere erste Staatsgrenze. Damit verließen wir Georgia und North Carolina hieß uns Willkommen. Die Freude darüber war jedoch nur kurz, da gleich nach der Grenze 2 fiese Anstiege (auf 1310 m und 1422 m) warteten und uns die letzten Meter bis zum Shelter ewig vorkommen ließen. Dort angekommen gab es erstmal das Standardessen Nudeln und einen ruhigen Nachmittag/Abend. Wir waren uns alle ziemlich einig das North Carolina uns zum Umdrehen zwingen wollte, aber das kommt gar nicht in die Tüte.
Trailmeile:  81.4

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Tag 11    04.04.  Carter Gap Shelter:
In der Nacht gibt’s mal wieder Gewitter mit Starkregen. Da einem das im Shelter jedoch mäßig interessiert, heißt es dann umdrehen und weiterschlafen. Zwischendurch versuchte ich mal ohne Oropax zu schlafen, aber die Kombination aus Regen und Schnarchenden war am Ende stärker. Ich habe sowieso seit unserem Start auf Springer Mt. noch nie ohne Oropax geschlafen, aber ich denke es wird sich schon nochmal eine ruhige Nacht ergeben. Am Morgen war es dann ziemlich kalt und da ich beim Resupply die Swiss Miss vergessen hatte, gab es nur einen kalten Poptart und dann so schnell wie möglich los, damit einem warm wird. Nach 5 Mi gab es Österliche Trailmagic mit Süßem. Es hätte auch ein schönes Mittagessen gegeben, aber das hätte noch 2 h gedauert und wir fröstelten schon beim Stehenbleiben, daher hieß es auch hier – schnell weiter. Wir bestiegen dann den Standing Indian Mt. mit 1670 m. Danach ging es 6 Mi bergab in unser heutiges Quartier. Ich hoffe heute Nacht schnarcht niemand, aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben in Anbetracht seiner heutigen Bewohner.
Trailmeile: 93.9

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Tag 12   05.04.  Rock Gap Shelter:
Der Ostersonntag beginnt ebenfalls äußerst kalt. Da sich mein Wunsch von gestern nicht nur nicht erfüllt hat, sondern zusätzlich noch ein Erzähler im Shelter war, gab es doch eher weniger Schlaf. Gestern erzählten die Leute der ersten Trailmagic, dass sie heute nochmal eine Veranstaltung im Rock Gap machen würden. Das spricht sich natürlich hier schnell rum und alle rannten heute wie die Hasen. Nach einem 12 Mi Tag durch den grünen Tunnel, wobei wir auf Albert Mt. die 100 Mi überquerten, kamen wir gut hungrig am Shelter an und gingen die letzten Meter zum Gap ohne Rucksack. Dort wartete schon die Meute auf das, was da kommen sollte. Was die lieben Leuten uns dann anboten, war wirklich geil. Jeder konnte sein persönliches Menü zusammen stellen. Es gab ein wunderbares Omelett, Chips, Sandwich und Softdrinks, also wirklich mehr als reichlich für ein wunderbares Osterfest bei 20 grad, Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Am Abend sitzen wir rum und jemand spielt Gitarre. Seit wir vor nun mehr als 10 Tagen gestartet sind, kann man sagen, wir haben hier draußen jeden Tag genießen können.
Trailmeile: 106.0

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Tag 13   06.04.  Franklin N.C.:
Die heutige Nacht war nicht ganz so kalt wie die Vorherigen, denn der Vollmond versteckte sich immer wieder hinter ein paar Wolken. Nach einem schnellen Frühstück ging es auf den 4 Mi Sprung ins Windig Stairs Gap, von wo aus das kostenlose Shuttle nach Franklin ging. Die Kollegen aus dem Shelter sind schon um 5:15 aus dem Schlafsack gesprungen um ja nicht das Shuttle zu verpassen. Wir sind dagegen erst um 6:50 aufgestanden und mussten trotzdem noch 15 min im Nieselregen warten. Als das Shuttle dann kam, gab es für uns eine große Überraschung, denn auf einmal stand Gernot vor uns. Er ist seit Freitag in Franklin und muss für 3 Wochen aussetzen, weil sich seine Blasen an den Fersen ein bisschen schlimmer entzündet haben. Im Bus nach Franklin wurden wir darüber aufgeklärt, was der Ort alles bietet und wo man kostengünstig einkaufen kann. Dem Busfahrer gehörten nebenbei auch 80% der Motels. Im Ort angekommen, lief das Standard-Hiker-Programm Duschen, Essen (heute bei McDonalds), Waschen, Einkaufen und diesmal auch der Maildrop für das Essen in den Smokys, denn die stehen in 6 Tagen an. Im örtlichen Outfitter habe ich mich dann für zwei leichtere Packsäcke, einen größeren Regenschutz für meinen Rucksack und ein neues Paar Oropax entschieden. Da ich meine Permit für die Smokys noch nicht hatte, stand das ebenfalls auf dem Plan für den Outfitter. Im Motel flogen dann auch der Wassersack und das zweite Mikrofaserhandtuch in die Hikerbox. In den nächsten 10 Tagen soll es regnen, aber wir werden einfach mal sehen.
Trailmeile: 109.8

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Tag 7 – 8 Helen bis Hiawassee

Tag 7   31.03. Tray Mt. Shelter:
Nach dem gestrigen Festmahl bei Wendy mit Burgern und Pommes gab es heute früh nur ein gemütliches Frühstück mit Cornflakes und O-saft. Breakless hatte mir geschrieben,dass er auch in der Stadt sei und für 9:30 ein kostenloses Shuttle zum Trail gefunden hatte. Als wir nun zum Treffpunkt schlenderten, hielt neben uns ein roter Pickup Truck und bot an, uns mitzunehmen. Wir sprangen also auf die Ladefläche und schon ging die Fahrt im kalten, klaren Morgen los. Der Trail bescherte uns heute wieder einen warmen aussichtsreichen Tag. Heute stand auch nicht so viel auf dem Plan, so dass wir zeitig da waren um die Aussicht und den Nachmittag zu genießen. Breakless kam kurz nach mir und wir quatschen kurz, bevor er sich nun endgültig davon machte und mehr Meilen machen wollte. Am Abend kamen dann doch noch ein paar Leute ins Shelter. Alles junge Leute in meinem Alter, wobei der ein oder andere vermutlich auch der Hippie Szene zuzuordnen wäre. Es ist sowie lustig wen man hier so trifft, das sind Familien, Einzelgänger, Rentner, Studenten, Arbeiter und so weiter. Der Trail ist hier schon eine Art Schmelztiegel. Als ich im Schlafsack liege, macht sich noch jemand einen Cheeseburger und ich denke: „Das ist ganz schön gemein ;-).“
Trailmeile: 58.6

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Tag 8   01.04.  Hiawassee:
In der Nacht bricht ein ziemliches Gewitter los. Da das Shelter auf dem Berg steht, wackelt die Bude ganz schön, wenn der Donner über den Berg grollt. Mit Oropax lässt es sich jedoch gut weiter schlafen. Als die Sonne über den Horizont kriecht, stehen wir langsam auf. Leider kann das Foto nur begrenzt wiedergeben was man sieht, da einfach zu viele Bäume hier herum stehen. Um 8:00 geht es auf den Weg und um 9:30 muss man bereits die Sonnencreme auftragen, da man ansonsten gnadenlos im blätterlosen Wald vor sich hin brutzelt. Nach 8 Mi erreichen wir das Deep Gap Shelter und machen dort eine gemütliche Pause. Wir dachten eigentlich das Gernot hier gewesen sein müsste, aber außer Breakless und Turtle war anscheinend keiner hier. An der Straße, wo wir auf unser Shuttle warteten, gab es wieder eine richtig geile Trailmagic mit Snacks und Cola. Nach gut 2.5 h Warten kam das Shuttle endlich und brachte uns in ein sagen wir „einfacheres“ Quartier, aber es hat ein Bett und eine Dusche. Herz was willst du mehr? Nach dem Monsterburger bei Hardees (bestehend aus 2 Scheiben Burgerfleisch, Bacon und Käse also nur ein kurzer Schritt bis zum Herzinfarkt 😀 ) ging es noch kurz in den Supermarkt, um die Abendverpflegung mit Schokolade und Eis zu sichern. Es gibt hier wahnsinnig viele Kirchen sogar mit eigener Werbetafel (hier allerdings gerade nicht in Betrieb). Morgen heißt es ausschlafen, waschen und ausruhen.
Trailmeile: 69.6

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